Wie Organisationsbionik dem CTO als Change Manager hilft – mit Wolfgang Beeck und Moritz Hornung

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Wolfgang Beeck, CTO Regnology und Moritz Hornung, Partner emergize erklären Konzepte der Organisationsbionik und wie das einem CTO als Change Manager helfen kann

In dieser Episode des EducationNewscast reden wir wieder über das Thema Change Management, diesmal unter der Perspektive von Organisationsbionik und eines CTOs. Moritz Hornung schildert dabei kurz die Grundlagen der Organisationsbionik und Modelle wie das Viable System Modell und zusammen mit Wolfgang Beeck stellt er die Anwendung in der Praxis dar.  Wolfgang zeigt auch auf, weshalb ein CTO Change Agent & Transformator sein sollte neben dem Fokus auf Technisches. Spannend sind dabei die konkreten Beispiele aus der Praxis wie die Optimierung von Tests & Testsystemen oder die Optimierung von Performance mithilfe katalytischer Beschleunigung und dem schaffen besserer Arbeitsbedingungen. Neben Fails hören wir auch einige Tips für Praktiker wie das Schaffen von angst & stressfreien Räumen. Weitere Narrative und Tips findet Ihr wie immer im EducationNewscast.

Definition Organisationsbionik

Bei der Bionik handelt es sich um die Wissenschaft zur Lösung technischer Probleme nach dem Vorbild der Natur. Ziel ist es, Erkenntnisse und Antworten von der Natur auf gesellschaftliche oder organisatorische Fragen zu erhalten. Beispielsweise hat sich der Wissenschaftler Niklas Luhmann im Rahmen seiner systemtheoretischen Prinzipien an die Regeln der Natur angelehnt, auch wenn er ja in einem anderen Feld – der Sozilogie unterwegs war.

Besonderer Schwerpunkt liegt auf der Autopoiesis, was die Eigenschaft aller lebenden Systeme bezeichnet, sich erlebst erzeugen zu können. Daneben ist noch das Viable System Model nach Stafford Beer anzuführen. Dies ist ein Organisationsmodell mit dem Wunsch, eine Organisation lebensfähig zu machen.

Diese Theorien haben zum Ziel, die Regeln der Natur auf Domänen wie Managementlehren zu übertragen. Moritz führt hierzu aus, dass alle Arten von lebenden Systemen bestimmte Eigenschaften teilen, wie auch die Autopoiesis. Es bestehen also lebendige Systeme, die bestimmte Naturgesetzte mit sich bringen. Daher ist er überzeugt, dass sich solche grundlegenden Prinzipien auf die Gestaltung von Organisationen ableiten lassen. Diese Prinzipien sind abstrakt und besitzen damit eine gewisse Allgemeingültigkeit, die sie kontextunabhängig nutzbar machen.

Beispiele und Umsetzung in der Praxis

Wolfang stellte im Arbeitsalltag fest, dass es einige Bereiche in der Softwareentwicklung gab, bei denen nachhaltige Verbesserungen notwendig waren. Auch im Team war man sich dem notwendigen Handlungsbedarf bewusst, allerdings fehlte eine Struktur und ein nachhaltiger Plan, die Verbesserungen umzusetzen. Für Wolfgang war hier vor allem der Anspruch entscheidend, eine Methode zu entwickeln, die systematisch Lösungsansätze im Hinblick auf Aufwand und Impact bietet. Der erste Schritt war es, ein weitreichendes Netzwerk an Teams zu etablieren, die in der Lage sind, für sich selbst optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die Teams sollten aus sich selbst heraus aus der „ohnmächtigen“ Beobachtung der Verhältnisse hin zur aktiven Gestaltung und Planung gelangen. Wolfgang hatte zum Beispiel die Aufgabe als Führungskraft, einen angemessenen Rahmen zu schaffen, der genügend Freiraum für Kapazität und Budget gibt. Ziel war es langfristig, dass jeder Ablauf innerhalb der Organisation optimale Bedingungen hat, bei dem der Mensch, die Werkzeuge, die Methodik und die passende Umgebung miteinander harmonieren. Zusätzlich werden auch agile Methoden eingesetzt, wie das  Kanban Board, um eine Reihe an Veränderungsinkrementen zu etablieren. Wolfgang habt an dieser Stelle nochmal hervor, dass es bei der Organisationsbionik nicht darum geht, krampfhaft neue Methoden zu finden, sondern zu verstehen, wie das Leben eine Dynamik erzeugen kann und sich daraus dann passende Methoden bewährter Managementsysteme finden und miteinander verknüpfen lassen.

Orgnaisationsbionik: Transfer & Tipps für die Praxis

Wolfgang und Moritz führen aus, dass es von Vorteil ist, direkt größere Organisationsbereiche gleichzeitig zu transformieren, da alle Teams die gleichen Spielregeln in ihrer Umgebung benötigen. Zu kleinteilige Veränderungsvorhaben haben den Nachteil, dass dies ständig an seine Grenzen gebracht wird. Weiterhin besteht heutzutage in vielen Unternehmen das Problem, dass auf Seiten des Managements ein fehlendes Verständnis über die Naturgesetzte unseres Universums besteht.

Learn- Tipps, -Hacks und Narrative von Wolfgang und Moritz

Für Moritz erfolgt Lernen und Veränderung dann, wenn optimale Bedingungen dazu gegeben sind. Es macht für ihn keinen Sinn, sich Dinge anzueignen, wenn man sich dafür keine guten Voraussetzungen schafft. Ansonsten liest man nur links rein, rechts raus.

Wolfgang beschreibt, dass man unter Angst und Stress schlecht lernen kann. Sein Tipp ist es, erst diesen angst bzw. stressfreien Raum zu schaffen. Erst dann können Ideen geboren, besprochen und umgesetzt werden.

Ausführlich findet ihr natürlich alles im Podcast. Wir freuen uns sehr, wenn Ihr den Podcast abonniert, in sozialen Medien teilt und auf Apple Podcast liked und bewertet!

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