New Work Now: von Hybrid, Remote bis Werten wie Diversity, Freiheit, Demokratie mit Winfried Felser, Thomas Jenewein und Jochen Schneider

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Mit Winfried Felser und Jochen Schneider spreche ich über den Status von New Work. Anlass ist die Blogparade “New Work Now” von Valantic. Die Denkerpose im Bild müssen wir wohl noch üben.

Die Sicht auf New Work heute

Winfried und Jochen kommen zu dem Standpunkt, dass heutzutage in Bezug auf die Etablierung von New Work einiges im Gange ist. New Work beschreibt die Neuausrichtung bzw. strukturelle Wandlung unserer Arbeitswelt. Ein Teil davon ist es beispielsweise, dass Unternehmen weg von institutionalisierten Hierarchien hin zu flachen Strukturen gelangen. Immer mehr Unternehmen wollen daher mithalten, sich zu transformieren und ihre internen Strukturen entsprechend anpassen. Jochen führt allerdings aus, dass zu voreilige Konzepte auch Schwierigkeiten mit sich bringen und in unkoordinierten Projekten enden kann. Dies zeigt, dass die nachhaltige Anwendung, Umsetzung und Gestaltung des Konzepts sich in einer Organisation oft als herausfordernder gestaltet,  als oft angenommen.

Auch in Bezug auf selbstorganisierte Teams, gestalten sich diese in der Realität schwieriger. Zu lernen, sich abzustimmen, eine gute Kommunikation einzuhalten und sich auf jeden verlassen zu können, sind keine Selbstverständlichkeiten.

Winfried verfolgt darüber hinaus einen  weiteren spannenden Ansatz in Bezug auf New Work. Er führt aus, dass er vielmehr den Begriff Kompetenz-Networking verwendet. Das bedeutet für ihn, dass er weniger von Arbeitsteilung in einem Projekt spricht, sondern vielmehr von der Vernetzung aller Kompetenzen im Team. Auch Winfried hat die Beobachtung gemacht, dass einige Unternehmen sich durch die vorschnelle Etablierung des New Work Konzepts sogar eher in Bezug auf die Arbeitsleistung verschlechtert haben. Denn zwischen Anspruch und Wirklichkeit besteht in der Realität eine Kluft. Eine Etablierung neuer Arbeitsformen benötigt nämlich eine umfassende Unternehmenstransformation, hinter der vor allem die Mitarbeitenden stehen müssen. Nur dann kann eine neue Arbeitskultur heranwachsen. Man kann die neuste Technik im Unternehmen haben, wenn die Mitarbeiter nicht mitgenommen werden, bleibt das Konzept lediglich eine „Show ohne Impact“. Winfried merkt zudem an, dass New Work kein fixes Konstrukt beschreibt, sondern sich immer an gesellschaftliche Gegebenheiten anpasst und eine Kontextualisierung in die aktuellen Zeit voraussetzt.

Werte und Kultur bei New Work

Auch für mich bedeutet New Work viel Flexibilität bezüglich Ort, Zeit und Raum. In der Pandemie wurde allerdings offenkundig, dass sich das Konzept positiv sowie negativ in Bezug auf neue Arbeitsformen ausgewirkt hat.  Für die einen war es ein positiver Schub in eine neue Realität, dass endlich flexiblere Arbeitszeiten entstanden sind und der Ort der Arbeit flexibler wurde. Für andere Menschen entstanden negative Überbelastungen, da sich einige Unternehmen nicht so schnell auf etwas Neues einstellen konnten. Auch gibt es hier die Gefahr alte Muster und Ansätze mit neuer Technologie um zu setzen – was meist kontraproduktiv ist. Noch mehr Meetings, nur eben virtuell, hilft nicht und stresst eher.
Neben Diversity & Inclusion hat das Thema Resilienz– besonders zu Zeiten der Pandemie – verstärkt an Bedeutung gewonne. Durch eine erhöhte Stresszunahme im Home Office rückt das Thema „mentale Gesundheit“ immer mehr in den Fokus. Inwieweit der Krieg in der Ukraine auf die Arbeit und Werte Einfluss hat, lässt sich derzeit noch nicht sagen – aufgrund des Schocks und unserer Betroffenheit gingen wir jedoch ganz kurz darauf ein.

Hellenistisches Denken & Kopernikanische Wende

Winfried geht auf den Punkt ein, dass wir in der westlichen Welt vom hellenistischen Erbe geprägt sind. Damit ist gemeint, dass wir beeinflusst sind von binärer Logik, klaren Kategorien sowie von analytischen Denkstrukturen seit der Antike. Diese Muster gehen sich auf die vor 2000 Jahren lebenden großen Philosophen zurückführen, wie Sokrates und Platon. Laut Winfried ist die westliche Welt zu stark von solchen Denkmustern geprägt und daher weniger offen für Ambiguitäten. Dies stuft er als problematisch in Bezug auf eine Welt ein, sie sich eigentlich immer mehr löst von starren Kategorisierungen oder Arbeitsteilung – was früher vielleicht hilfreich war da effizienzsteigernd. Er beschreibt, dass wir für eine Weltgesellschaft weniger mit solchen Denkstrukturen zukunftsfähig sein werden und setzt sich dafür ein, diese Traditionen zu überwinden.

Konkrete Umsetzung von New Work

Jochen und Winfried sind sich einig, dass bei der Etablierung von New Work vor allem die zwischenmenschliche Kommunikation von zentraler Bedeutung ist. Auch hier enthüllte die Pandemie in vielen Unternehmen, dass eine gute Kommunikation sich oftmals als schwieriger gestaltete, wie angenommen. Es müssen also Regeln festgelegt werden, damit ein reibungsloser Arbeitsprozess erfolgen kann und man weiß „wie“ man kommuniziert. Neue Ansätze wie mehr asynchrones Arbeiten und Kommunizieren helfen Jochen.
Winfried geht noch auf den spannenden Punkt ein, dass eine „gute Führung“ aus einer „Führung durch nicht-Führung“ besteht. Für ihn beinhaltet eine solche Anschauung des Konzepts ein maximales egalitäres Verständnis von Führung. Er selbst führt aus, dass er nie geführt werden wollte und es daher auch selbst nicht tun möchte. Natürlich setzt so eine Ansicht voraus, dass jeder an einem Strang ziehen muss.

New Work Narrative

Winfrieds Narrativ: er glaubt bereits seit 22 Jahren an Co-Kreative Öko-Systeme und an Kompetenznetworking. Er glaubt fest an ein egalitär schöpferisches Weltbild und möchte seine Vision weiter vorantreiben.

Jochens Glaubenssatz  beschreibt „Outcome ist wichtiger als Output“.

Mein Glaubenssatz der mir beim Gespräch einfiel ist: „Just do it!“

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