EDUCAÇÃO E TECNOLOGIA

Grafischer Calculation View (SAP HANA)

Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, hat SAP Ende 2016 eine neue SAP HANA Version auf den Markt gebracht. Die SAP HANA 2.0. Dazu gibt es mittlerweile zahlreiche Blogs und Veröffentlichungen, die das Delta zwischen den beiden Versionen SAP HANA 1.0 und SAP HANA 2.0 detailliert beschreiben.

Da im Analytics Bereich der grafische calculation view nach wie vor als der Dreh-und Angelpunkt der nativen SAP HANA Modellierung fest gesetzt ist, befasst sich dieser Blog im Folgenden mit den Neuerungen dieses Objektes in der neuen SAP HANA 2.0 Umgebung:

Zum einen wird der grafische calculation view mittlerweile mit einer neuen Benutzeroberfläche entwickelt, der SAP WEB IDE for SAP HANA. Anders als bei dem SAP HANA Studio (Modeler) handelt es sich bei diesem Werkzeug um eine web-basierte UI, in der eine Trennung zwischen dem Entwickler und dem Modellierer nicht existiert. Anders im SAP HANA Studio, in dem ich gezwungen war zwischen der Modeler und Developer Perspektive zu springen, um verschiede Objekte anlegen zu können. So können in der SAP WEB IDE for SAP HANA mit dem selben Setup neben dem grafischen calculation view z.B. auch Funktionen und Prozeduren im selben Ordner angelegt werden.

Dies bringt mich zu der zweiten fundamentalen Unterscheidung. Die grafischen calculation views werden nicht mehr in der gewohnten Paketarchitektur (XS Classic) sondern den sogenannten modernen HDI Containern (XS Advanced) angelegt, welche das Fundament der SAP HANA 2.0 Entwicklungsinfrastruktur darstellen. Dies bringt viele Vorteile in Bereichen wie der Versionierung und Berechtigung mit sich, setzt aber auch ein Verständnis für diese Art der Architektur voraus.

Funktional ist der SAP HANA 2.0 grafische calculation view mittlerweile seinem Vorgänger in der SAP HANA 1.0 weit überlegen. Das erkennt man bereits auf den ersten Blick, wenn man die Anzahl der Knoten (nodes) zwischen diesen beiden Objekten vergleicht. Der grafische calculation view in der SAP HANA 2.0 wurde um eine Reihe an neuen Knoten erweitert. Einige davon hier kurz erwähnt:

– Graph node: Aufbau und Visualisierung von Netzwerkdaten.

– Minus node: Subtraktion von Datenmengen im Rahmen eines Unions.

– Intersect node: Ausgabe der überschneidenden Datenmenge im Rahmen eines Unions.

– Hierarchy Function node: Erzeugung von Metadaten auf Basis von Parent-Child Hierarchien.

– Anonymization node: Herauslösen (anonymisieren, generalisieren) von sensiblen Informationen bezogen auf ein einzelnes Individuum.

Unabhängig von den Knoten, die hier übrigens nicht in vollem Umfang aufgelistet werden, sind viele weitere Funktionen hinzugekommen, die man im SAP HANA Studio (Modeler) lange vermisst hat, wie der Datenvorschau für Hierarchien, grafischen Implementierung von der Fuzzy Suche, der visuellen Darstellung von verschachtelten calculation view Szenarien, der Maskierung von einzelnen Feldern, der Wiederverwendung von Währungsumrechnungseinstellungen und vielem mehr.

Eine letzte Thematik, die auch im Rahmen des grafischen calculation views nicht unerwähnt bleiben sollte ist die Notwendigkeit in Zukunft mit GIT zu arbeiten. Anders als in der bekannten Paketarchitektur der SAP HANA 1.0 Modellierung, ist eine Zusammenarbeit über vermeintliche HDI Container Berechtigungen (Paketberechtigungen in der SAP HANA 1.0) nicht möglich, denn diese existieren nicht nur, sondern würden dem gewollt isolierten Entwicklungszustand sogar widersprechen. Solche isolierten Entwicklungsarchitekturen können mit dezentralen Versionskontrollsystemen wie GIT aufgebrochen werden. Dazu ist diese vor allem unter Entwicklern bekannte Technologie mittlerweile auch in der SAP WEB IDE for SAP HANA fest verankert.

Unabhängig von der Tatsache, dass der Umstieg auf SAP HANA 2.0 bis spätestens Mai 2021 erfolgen sollte (Wartungsende SAP HANA 1.0), gibt es wie Sie erkennen können bereits jetzt gute Gründe dem Umstieg auf die neue SAP HANA Version und den neuen grafischen calculation view durchzuführen.